Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft  

Geschichtlicher Rückblick
  
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Inhalt   1. Institutsgründung   2. Der Erste Weltkrieg   3. Die Jahre 1919-1933   4. Machtübernahme der Nationalsozialisten und Zweiter Weltkrieg  
5. Erste Nachkriegsjahre   6. Eingliederung in die Max-Planck-Gesellschaft   7. Entwicklung zu einem Zentrum der Grenzflächenforschung     

2. Der Erste Weltkrieg

Mitten in der Anlaufphase des Instituts brach der Erste Weltkrieg aus, der die Aufgaben radikal veränderte. Das Institut wurde der Heeresverwaltung unterstellt und übernahm kriegswichtige Forschungsaufgaben. Dabei ereignete sich schon 1914 bei der Untersuchung von Sprengstoffen eine schwere Explosion, welcher Otto Sackur, ein sehr hoffnungsvoller junger Physiker, zum Opfer fiel. Dem Zeitgeist entsprechend bot sich Fritz Haber selbst dem Kriegsministerium zur übernahme von Aufgaben der Rohstoffversorgung an, da er im Gegensatz zur militärischen Führung sehr schnell die Bedeutung dieses Faktors für die Kriegsführung erkannte. Von Patriotismus getrieben, plante Haber den Einsatz chemischer Kampfstoffe und leitete deren ersten Großeinsatz im Jahre 1915, weil er glaubte, daß damit der Stellungskrieg überwunden und der Krieg schnell entschieden werden könnte. Mit der Fortdauer des Krieges entwickelte sich das Institut zu einer zentralen Forschungsstätte für die Kampfstoffentwicklung und den Schutz gegen Kampfstoffe. Habers Kollege und Freund Richard Willstätter vom Nachbarinstitut für Chemie entwickelte auf seine Bitte den Atemschutzfilter für die Gasmaske. Das Institut wurde durch Baracken-Anbauten erweitert, zum Teil wurden auch Räume der anderen Kaiser-Wilhelm-Institute in Dahlem belegt, und eine große Zahl von Wissenschaftlern (unter ihnen Ferdinand Flury, James Franck, Herbert Freundlich, Otto Hahn, Reginald Oliver Herzog, Erich Regener und Heinrich Wieland) mit bis zu mehr als 2000 Hilfskräften wurde für die Bearbeitung solcher Aufgaben eingesetzt.

Fritz Habers militärischer Einsatz brachte ihm nach Kriegsende von Seiten der Alliierten schwere Vorwürfe wegen "Kriegsverbrechen" ein, die jedoch die Schwedische Akademie der Wissenschaften nicht daran hinderten, ihn für seine Verdienste um die Ernährung der Menschheit durch die Entwicklung der Ammoniak-Synthese 1919 mit dem Nobelpreis für das Jahr 1918 auszuzeichnen.

Impressum • © FHI
Sat, 6. Aug 2005
Adresse: Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft, Faradayweg 4-6, 14195 Berlin, Germany
Tel: +49 30 8413 30, Fax: +49 30 8413 3155, E-Mail: fhi@fhi-berlin.mpg.de