Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft  

Geschichtlicher Rückblick
  
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Inhalt   1. Institutsgründung   2. Der Erste Weltkrieg   3. Die Jahre 1919-1933   4. Machtübernahme der Nationalsozialisten und Zweiter Weltkrieg  
5. Erste Nachkriegsjahre   6. Eingliederung in die Max-Planck-Gesellschaft   7. Entwicklung zu einem Zentrum der Grenzflächenforschung     

1. Institutsgründung

Kaiser-Wilhelm-Institutes für physikalische Chemie und Elektrochemie (rechts) --(1913).

Die Gründung des Kaiser-Wilhelm-Institutes für physikalische Chemie und Elektrochemie wurde parallel zur Gründung des Kaiser-Wilhelm-Institutes für Chemie im Jahre 1911 beschlossen. Da jedoch die Mittel, die damals der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Verfügung standen, nur für das Chemie-Institut ausreichten, war diese zweite Gründung nur dank der großzügigen Stiftung eines Industriellen und Bankiers, des Königlich Sächsischen Geheimen Kommerzienrates Leopold Koppel, möglich. Am 28. Oktober 1911 wurde die Stiftungsurkunde im Namen der "Koppel-Stiftung zur Förderung der geistigen Beziehungen Deutschlands zum Ausland" in Berlin gemeinsam mit einem Vertreter des preussischen "Ministers der geistlichen und Unterrichtsangelegenheiten" unterzeichnet. Die "Organe" des Instituts waren laut Stiftungsurkunde: (a) der Stiftungsrat, der sich aus Vertretern der Koppel-Stiftung und des Ministeriums zusammensetzte, (b) der wissenschaftliche Beirat, in den die Akademien der Wissenschaften in Berlin, Göttingen, Leipzig und München sowie die Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin insgesamt sechs Vertreter entsandten, die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft und die Koppel-Stiftung je zwei Vertreter benannte, und (c) der Direktor des Instituts.

Kaiser Wilhelm II und Adolf von Harnack, gefolgt von Emil Fischer und Fritz Haber bei der Eröffnungsfeier der ersten beiden KWG Institute (Oktober 1912).

Für Bau und Einrichtung stellte die Stiftung die Summe von 700.000 Mark sowie einen jährlichen Zuschuß zu den Betriebskosten in Höhe von 35.000 Mark für die Dauer von 10 Jahren zur Verfügung. Als sich heraußtellte, daß die Einrichtungskosten damit nicht ausreichend gedeckt waren, stellte Koppel anläßlich der Einweihungsfeierlichkeiten weitere 300.000 Mark zur Verfügung. Der preußische Staat steuerte jährlich 50.000 Mark zu den Betriebskosten, einschließlich des Gehalts für den Direktor in Höhe von 15.000 Mark bei und stellte das Baugelände auf der Königlich-Preußischen Domäne Dahlem zur Verfügung.

Die Baupläne entwarf der Hofarchitekt Seiner Majestät, der Geheime Oberhofbaurat Ernst von Ihne, der auch die anderen Kaiser-Wilhelm-Institute in Dahlem plante. Seine Bemühungen, ästhetische Gesichtspunkte mit den Erfordernißen der wissenschaftlichen Arbeit zu vereinen, werden dadurch illustriert, daß er die Dächer mit thüringischem Schiefer decken und die Fassaden grau tönen ließ, "damit keinerlei farbige Strahlung in die Arbeitsräume gelangen sollte, welche bei den Untersuchungen als störend empfunden werden könnte". Bemerkenswert für diese Gründungsjahre der KWG ist, daß schon am 23. Oktober 1912 und nur 11 Monate nach Baubeginn für ein Gebäude von ca. 18.000 m3 Bauvolumen mit 2.500 m2 Nutzfläche die Einweihung und Arbeitsaufnahme erfolgte. Die Verwaltung des Instituts spielte sich im Sekretariat des Direktors ohne jede Bürokratie ab.

Fritz Haber (links) und Albert Einstein (rechts) am "Fritz-Haber-Institut" (1915).

Fritz Haber wurde aufgrund eines Gutachtens des berühmten schwedischen Physiko-Chemikers Svante Arrhenius zum Direktor berufen. Habers Person und seine vorangegangene wissenschaftliche Arbeit entsprachen in besonderem Maße dem Ziel dieser Neugründung, durch Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Physikalischen Chemie der damals in ihrer Weltgeltung schon führenden deutschen chemischen Industrie neue Impulse für ihre Entwicklung zu geben. Die Mitarbeiterzahl im Jahre 1913/14 betrug fünf wissenschaftliche Mitarbeiter, zehn Angestellte und dreizehn unbezahlte Mitarbeiter mit einem Etat für Personal und Betrieb von 70.000 Mark, außer dem Gehalt des Direktors.

Impressum • © FHI
Sat, 6. Aug 2005
Adresse: Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft, Faradayweg 4-6, 14195 Berlin, Germany
Tel: +49 30 8413 30, Fax: +49 30 8413 3155, E-Mail: fhi@fhi-berlin.mpg.de