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Fritz Haber und Clara Immerwahr – Leben und Wirken, Lernen aus der Geschichte

Prof. Dr. Dieter Wöhrle (Universität Bremen)

F. Haber (1968-1934) ist uns besonders durch seine wissenschaftlichen Arbeiten zur Ammoniaksynthese (1904-1910) aber auch durch die Initiierung der Verwendung von Chemikalien als Massenvernichtungsmittel im ersten Weltkrieg (1914-1918) bekannt. Wie konnte sich diese Ambivalenz überhaupt in einer Person vereinen? Dieser Frage soll in dem Vortrag nachgegangen werden, wobei wesentliche Punkte aus seinem Privatleben hervorgehoben werden. F. Haber und seine erste Frau die Chemikerin Clara Immerwahr (1870-1915) stammten aus jüdischen Familien. Beide konvertierten aus gesellschaftlichen Gründen zum Christentum. Für C. Immerwahr war es aber als Frau und Professorengattin nicht möglich eine wissenschaftliche Laufbahn zu beschreiten. Die Ehe durch den Gegensatz des von Anerkennung und Erfolg getriebenen F. Haber und der selbst- und verantwortungsbewussten C. Immerwahr-Haber war letztlich zum Scheitern verurteilt. Der spektakuläre Freitod seiner Frau Clara 1915 und der verlorene Erste Weltkrieg wurde für den Wissenschaftler F. Haber zur seelisch und körperlich empfundenen Niederlage. Auch die zweite Ehe mit Charlotte Nathan (1889-1978) endete 1927 nach 10 Jahren. F. Haber empfand dies als persönliches Scheitern vor sich selbst. Zurück bleibt ein Bild einer von Drang nach Erfolg geprägten zwiespältigen Person, die auch im privaten Bereich gescheitert war.

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