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Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft
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Das KWI für Physikalische Chemie und Elektrochemie als 'NS-Musterinstitut'

Referent: Dr. Thomas Steinhauser (Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft, Berlin)

Anknüpfend an seine Geschichte während des ersten Weltkrieges wurde das Institut Fritz Habers nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten Anfang 1933 das Ziel von Versuchen, dort eine zentrale Militärforschungsstelle für chemische Kampfstoffe einzurichten.

Mit Hilfe des Gesetzes zur Herstellung des Berufsbeamtentums setzten nationalsozialistisch orientierte Ministerien relativ problemlos eine Enthauptung des Dahlemer Instituts durch. Die wissenschaftlichen Führungskräfte jüdischer Herkunft nahmen ihren Abschied, wurden gekündigt, oder bis 1934 vom neuen kommissarischen Direktor Gerhart Jander hinausgedrängt. Doch die anderen Aktivitäten Janders stießen auf erheblichen Widerstand. Schon 1935 löste ihn Peter Adolf Thießen in der Institutsleitung ab. Aber auch unter Thießen erreichte das KWI für Physikalische Chemie und Elektrochemie nicht das internationale wissenschaftliche Prestige, das es unter Haber innehatte.

Einige Beobachtungen stellen allerdings die Feststellung in Frage, dass nach der Ära Haber ein vollständiger Niedergang stattfand: im nationalen Kontext nahm das Institut eine Spitzenstellung ein, und seine neue Infrastruktur stellte die Möglichkeiten der Vergangenheit in den Schatten. Der Vortrag versucht die Strategien neuer wie alter Institutsmitglieder für die mustergültige und erfolgreiche Anpassung an die Bedürfnisse eines verbrecherischen Regimes darzustellen.

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